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Der Funkwetterbericht vom 11. Mai 2020

erstellt von Hartmut Büttig, DL1VDL


Rückblick vom 5. bis 11. Mai:

Ein Zeichen für die etwas höhere Sonnenaktivität sind langlebige Sonnenflecken. Die Region 2817, die bei ihrer letzten Wanderung über die uns zugewandte Sonnenseite aktiv war und den solaren Flux auf 86 Einheiten anhob, erschien am 7. Mai erneut am östlichen Sonnenrand und emittierte einen M3-Flare. Sie ist jetzt die Region 2822 und seitdem mit weiteren C-Flares aktiv. Zu ihr gesellte sich die Region 2823. Obwohl der mit dem M-Flare gekoppelte koronale Masseauswurf (CME) keine erdgerichtete Komponente hatte, verbesserte die dabei emittierte UV-Strahlung die Ionisierung. Die Ausbreitungsbedingungen sind seitdem besser als zuvor. Das 15-m-Band öffnete nach Japan und Nordamerika. Die für 3000 km ermittelte Grenzfrequenz der F2-Schicht erreichte abends gegen 20:00 UTC ihr Maximum von 23 MHz. Die sporadische E-Schicht sorgte für laute Short-Skip-Signale auf allen oberen Kurzwellenbändern. Auf den Bändern 10 und 6 m wurde "Multi-hop Sporadi c-E" Ausbreitung beobachtet. Beispielsweise war am 8. Mai abends KL7SB auf 10 m mit S3 lesbar, 9K2MU war auf 6 m mit 579 in CW zu arbeiten. Das geomagnetische Feld war überwiegend sehr ruhig. Andree, DL8LAS, schickte einen informativen 160-m-Bandbericht. Das sehr ruhige Erdmagnetfeld und die noch fehlende Gewitterhäufigkeit ermöglichten gute DX-Verbindungen nach JA, YB sowie ganz Amerika. Hauptaktivitätszeit in Richtung West war zwischen 01:45 und 02:30 UTC.

 

 

Vorhersage bis 18. Mai:

Die Regionen 2822 und 2823 begleiten das Funkwettergeschehen bis zum 20. Mai. Bis dahin sind weitere M- und C-Flares möglich. Die alten Regionen 2818 und 2821 erscheinen am kommenden Wochenende wieder am östlichen Sonnenrand. Die Präsenz mehrerer Sonnenflecken erhöht die Wahrscheinlichkeit für steigende Fluxwerte. Die Plasmawolke der CME vom 9. Mai erreicht die Erde am 13. Mai und kann zu kurzzeitigen stärkeren geomagnetischen Störungen führen. Wir erwarten Fluxwerte von etwa 80 Einheiten und ein überwiegend gering gestörtes Erdmagnetfeld. Nach dem guten Start der Sporadic-E-Saison erwarten wir weitere diesbezüglich interessante Aktivitäten Aktivitäten . Tagsüber sind alle oberen Kurzwellenbänder nutzbar, wobei die abendlichen Öffnungen der Bänder über 20 m besonders interessant sind. In gewitterarmen Nächten sind alle Bänder unter 20 m DX-tauglich. Tagsüber sind die Bänder 40 und 30 m für kurze Distanzen oft unbrauchbar, da die LuF, die niedrigste benutzbare Frequenz, höher liegt.

 

Orientierungszeiten für Grayline-DX, alle Zeiten in UTC:

 

Sonnenaufgang: Auckland/Neuseeland 19:09; Melbourne/Ostaustralien 21:10; Perth/Westaustralien 22:55; Singapur/Republik Singapur 22:55; Tokio/Japan 19:39; Honolulu/Hawaii 15:54; Anchorage/Alaska 13:17; Johannesburg/Südafrika 04:37; San Francisco/Kalifornien 13:03; Stanley/Falklandinseln 11:25; Berlin/Deutschland 03:15.

 

Sonnenuntergang: New York/USA-Ostküste 00:02; San Francisco/Kalifornien 03:10; Sao Paulo/Brasilien 20:33; Stanley/Falklandinseln 20:20; Honolulu/Hawaii 05:01; Anchorage/Alaska 06:30; Johannesburg/Südafrika 15:31; Auckland/Neuseeland 05:25; Berlin/Deutschland 18:50.